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PolitCamp09 – Barcamp meets Politics

bannerpc092Das Politcamp09 am letzten Wochenende in Berlin wurde – wie erwartet – eine interessante Veranstaltung. Ein toller Veranstaltungsort, bestes Wetter und interessante Sessions waren eine gute Grundlage.

Alle von mit besuchten Session waren eine Bereicherung für mich. Ich hatte mir allerdings mehr Input erwartet, für die tatsächliche Arbeit zur Verbindung von Web 2.0 (und das ist mehr als Twitter) und Politik. Da die Hessen-Wahl irgendwie zum Schwerpunkt wurde, gab es da für mich als Hessin nicht wahnsinnig viel Neues zu erfahren. Trotzdem war es natürlich eine interessante Sache, die Menschen hinter den Kampagnen erleben und kennenlernen zu können. Allerdings muss ich auch hier anmerken, dass gerade der Hessen-Wahlkampf zeigt, dass Aktivität im Netz sich (noch) nicht in Wählerstimmen nierderschlägt. Aber vielleicht sollte es für uns auch tatsächlich eher Motivation sein, dass sich mehr Menschen sich überhaupt wieder für Politik zu interessieren beginnen. Für das „Verkaufen“ der Web 2.0 Aktivitäten für die Politik müssen die Entscheidungsträger jedoch trotzdem irgendwie von dem Effekt auf Wählerstimmen überzeugt werden (Thema in der Old School Session). Doch genau diese Problematik hatten alle anwesenden netzaffinen, politisch Interessierte/Aktive sicherlich gemeinsam und genau dies schaffte eine Basis für viele gute Gespräche über jede Parteigrenzen hinweg. Und eben diese Gespäche waren für mich dann das beste Ergebnis des PolitCamps – und ist sicherlich noch weiter ausbaufähig.

Ob der „klassische Barcamper“ allerdings mit dieser Veranstaltung glücklich wurde? Wir Politics wurden ab und an schon argwöhnisch betrachtet, man erkannte trotz der iPhones und Netbooks fast immer den Neu-Barcamper (nicht nur am angeblichen Frisuren- und Dresscode…) und war damit sicher nicht immer nur glücklich. Schade fand ich, dass bei Zensur-Session niemand pro Zensur gefunden wurde. Aber selbst falls jemand sich berufen gefühlt hätte, das zu Erwartende Outen und Ausbuhen hat man sich dann doch verständlicherweise gespart und das ist kein gutes Zeichen für die Diskussionskultur auf dem Camp.

Um eine tatsächliche parteipolitische Augewogenheit für das nächste Camp zu schaffen und somit auch ausgewogenenere Diskussionen zu ermöglich, sollten die Veranstalter in der Vorbereitung darauf noch stärker eingehen. Versucht wurde es ja, trotzem war es eine quasi SPD Veranstaltung mit ein paar Exoten, was sich leider auch in einigen unsachlichen Kommentaren und vielleicht in der Vertreter-Elefantenrunde zeigte. Ich weiß, dass sich viele durch die Sponsoren der Veranstaltung abschrecken ließen, weil sie genau das befürchteten, doch dem kann man für das nächste Camp Abhilfe schaffen, indem man z.B. Sponorenplätze allen Parteien zum Besetzten anbietet und das auch so nach Außen darstellt. Dann werden auch alle Parteien bereit sein, für die Veranstaltung Werbung zu machen und Teilnehmer zu aktivieren

Kommentare»

1. Hansjörg Schmidt - 6. Mai 2009

Vielen Dank für Dein Feedback und die Tipps, wie man es noch besser machen kann. Vielleicht trifft man sich beim Politcamp10 im kommenden Jahr 😉

2. Christian Jung - 6. Mai 2009

Eine gute Zusammenfassung, vielen Dank. Einen kurzen Einwurf noch zur Wirksamkeit von Online-Wahlkampf auf tatsächliche Wählerstimmen:

Mich ärgert ein wenig, wenn zahlreiche Medien kolportieren, Schäfer-Gümbels Netzwahlkampf hätte nichts gebracht. Bisher habe ich noch keine offizielle Zahl dazu gelesen, wie groß die Auswirkung war. Vielleicht wäre ja die Wahl für die SPD noch weit schlechter ausgegangen, wenn TSG nicht im Netz bekannt geworden wäre. Immerhin waren das auch fast seine einzigen Schlagzeilen, die er während der Kampagne in den Zeitungen platzieren konnte.

Man darf auch nicht vergessen, dass auch die hessische CDU einen sehr soliden Online-Wahlkampf hingelegt hat, der die eigentlich gefühlte Differenz bei der Online-Affinität zwischen SPD und CDU doch deutlich zusammen schmelzen ließ. Das webcamp09 war, bei allen Schwächen, ein für die CDU ungewöhnlich offensiver Vorstoß in die Netzwelt. Somit könnten also sich gewisse positive Effekte des TSG-Online-Wahlkampfs einfach mit denen der CDU aufgehoben haben.

Jedenfalls wäre ich mit dieser grundsätzlichen Aussage vorsichtig.

Viele Grüße

Sylvia Braun - 6. Mai 2009

Natürlich hast du damit recht und ich finde es schön, auch mal etwas positives zum Online-Wahlkampf der CDU Hessen zu lesen. Das ging mir immer zu sehr unter, dabei war gerade das ein besonders für die CDU sehr innovatives Projekt 🙂

FDP und Grüne sind in Hessen aber nun mal die Wahlsieger gewesen – aus den einen oder anderen Gründen – ohne besondere Netzaktivitäten. Für diesen Wahlkampf war die Netzpräsenz offensichtlich nicht relevant. Die Umfragen unter den netzaffinen Wählern hat aber schon gezeigt, dass für die Zukunft der Wahlkampf im Netz einer größere Rolle spielen wird und jede Investition hier ist eine Innvestition in die Zukunft.


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